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Wenn das Startsignal
ertönt, heißt es rennen, rennen, rennen ...
Tiere Das Schlittenhundewagenrennen
lockt zahlreiche Zuschauer nach Scherneck
Von Josef Abt
Rehling-Scherneck Von Weitem hörte man sie schon am Freitagabend jaulen:
Mehrere Hundert Schlittenhunde, bekannt auch unter dem Namen Huskys,
campierten mit ihren Besitzern auf der großen Wiese bei Schloss Scherneck
bei Rehling und fieberten ihrem großen Auftritt entgegen: Am Samstag
startete dort das große Schlittenhunderennen. Auch am gestrigen Sonntag noch
rannten die Hunde um die Wette. Mangels Schnee zogen sie allerdings Wagen
oder Bikes statt Schlitten.
Der Schlittenhundesport Bayern e.V. richtete dort zum 3. Mal den Bayerncup
aus, gleichzeitig der zweite Wertungslauf zur süddeutschen Meisterschaft.
Ideal war das Wetter mit seinen frühlingshaften Temperaturen zwar für die
zahlreichen Zuschauer, den Hunden macht die Wärme allerdings zu schaffen.
Deshalb gingen am Samstag die großen Gespanne mit bis zu zwölf Hunden als
Erste auf den 5,5 Kilometer langen Rundkurs. Die Bikes und Crossläufer, die
eine eigene Klasse bildeten und ebenfalls mit je einem vorgespannten Hund
auf die Strecke gingen, kamen dann gegen Mittag zum Einsatz.
Jedes Tier hat im Gespann seinen festen Platz
Eine Stunde vor dem Rennen gibt es noch eine Stärkung: lauwarme
Rindfleischbrühe mit Fleischeinlage. Wenn dann der „Musher“, wie der
Schlittenhundewagenführer genannt wird, mit den Hundegeschirren kommt, sind
die Tiere kaum mehr zu bändigen. Mit aller Macht ziehen sie Richtung
Hundewagen, wo jeder seinen festen Platz hat.
Die zahlreichen Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten, denn alle Klassen und
Rennen fanden auf dem normalen Parcours statt, der bei dem trockenen Wetter
gut zu befahren ist. Im Abstand von drei Minuten wurden die Gespanne auf die
Strecke geschickt: erst durch freies Feld über den Hardhof, dann durch den
Wald nordöstlich von Scherneck, wo große Höhenunterschiede überwunden werden
mussten.
Am Start moderierte Rainer Müller in seiner lockeren Art und gab den
Zuschauern viele sachkundige Informationen über die Starter und die
Tierrassen. Hier war der Kies richtig aufgewühlt, denn die jaulenden Hunde
mussten von drei bis vier Personen gebändigt werden. Beim Startsignal
verstummte das Jaulen und es flogen die Steine, denn für die Tiere bedeutet
das: rennen, rennen, rennen ...
Ein Hund kann das Zehnfache seines Gewichtes ziehen
Ein ausgewachsener Schlittenhund mit bis zu 40 Kilogramm Körpergewicht kann
das Zehnfache seines Gewichtes ziehen. Das bedeutet bei einem Sechsergespann
eine Zugkraft von fast zweieinhalb Tonnen. Da kann man erahnen, welche
Konzentration der „Musher“ aufbringen muss, wenn zehn dieser Huskys
eingespannt sind.
Der Wagenlenker hat auch fast keine Möglichkeit, seine Hunde durch Leine
oder Ähnliches zu steuern. Er kann nur bremsen. Die Vierbeiner müssen den
Kommandos des Mushers folgen.
Mehrere Hundert Hunde in den verschiedensten Schlittenhunderassen waren
wieder zu bewundern und zogen vor allem viele Kinder an. Da waren Sibirien
Husky, Alaskan Malamute, Samojede, Grönlandhunde oder Alaska Husky zu
bestaunen. Für den Veranstalter war das Rennen eine gelungene Sache, die von
den Hauptorganisatoren Petra und Rainer Diemer aus Rieblingen bei Wertingen
bestens vorbereitet und durchgezogen worden war.
Am Samstagabend gab es auch einen geselligen Höhepunkt bei einem gemütlichen
und gelungenen „Musherabend“ im Schlossbräustüberl. Schloss Scherneck wird
wohl auch im nächsten Jahr Schauplatz eines Schlittenhundewagenrennens sein,
dann hoffentlich wieder bei kühleren Temperaturen.
Quelle:
www.augsburger-allgemeine.de
23.11.2009
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